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Stereoskopansatz „Sterean“
Neuerdings bringt die Firma E. Pogade in Berlin einen Stereoskopansatz „Sterean" in den Handel (Fig.11). In dem Sterean sind zwei Paar Silberspiegel eingebaut.
Die beiden äußeren Spiegel vertreten die beiden Objektive einer Stereokamera, sie werfen das Licht auf die inneren Spiegel und von da in die Kamera. Durch diese eigenartige
Konstruktion findet im Objektiv eine Bildvertauschung statt, wodurch das linke Bild auf die rechte Hälfte der
Platte kommt und das rechte Bild auf die linke Hälfte (Fig. 11a). Daher ist ein Zerschneiden des Negativs oder
Positivs nicht nötig, die Kopien sind sofort seitenrichtig. Der Sterean wird mittels eines Aufsteckringes auf das
Objektiv einer gewöhnlichen Kamera aufgesetzt (die Stellung der äußeren Spiegel muß der Brennweite des Objektives entsprechend reguliert sein) und die Aufnahme in gewöhnlicher Weise gemacht. Jede Kamera läßt sich
durch den Ansatz in eine Stereokamera verwandeln, soweit erscheint das Instrument also sehr praktisch und
vorteilhaft, leider aber steht den Vorteilen der große Nachteil entgegen, daß die Bilder einen viel zu kleinen
Bildwinkel haben, was leicht erklärlich ist. Haben wir z. B. eine Handkamera für 9 x 12 cm mit einem Objektiv von
12 cm Brennweite, so ist der Bildwinkel auf ganzer Platte ca. 70°, während ein mit dem Sterean und diesem
Objektiv hergestelltes Stereoskopbild nur ca. 35° Bildwinkel hat, was für die meisten Zwecke viel zu wenig ist,
zumal noch unscharfe Bildränder das brauchbare Bildfeld vermindern. Man wird deshalb den Sterean zweckmäßig nur in Verbindung mit weitwinkeligen Objektiven verwenden.
Aus HANDBUCH DER STEREOSKOPIE von Otto Schilling, 1910. (© Text überarbeitet von D. Schulte) |